Samstag, 23. April 2011

Ostern

Ihr Lieben,
ich meld mich nur kurz um Euch allen wunderschoene Ostern zu wuenschen!!!!! Geniesst die Tage mit euren Familien und sucht fleissig OStereier ;-), aber vergesst auch nicht warum wir diese Tage feiern. Die Tage sind der Ursprung unseres Glaubens!

Naechste Woche, wenn Ostern vorbei ist und auch das grosse Osterprojekt der Jugendlichen hier und ich ein bisschen mehr Zeit habe, erzaehl ich euch von meiner ganz besonderen Erfahrung, einem einzigartigen Erlebnis, OSTERN in Peru!

… bald schicke ich euch meinen dritten Rundbrief!
Ich vemisse euch und denk ganz fest an Euch!
FROHE OSTERN!!!!
Eure Lulu

Freitag, 18. März 2011

So ein Theater ...

So ein Theater ... gibt es bei uns wirklich nicht in Deutschland :-)

Ich komme gerade von meinem Treffen bzw. von meinen Proben. Jeden Abend bin ich zur Zeit in der Gemeinde, denn ich habe diese Woche meine Rolle fuer das Theaterstueck der Osterwoche bekommen. Wow gel!! Die Jugendlichen der Gemeinde haben jedes Jahr ein riesen Projekt “Semana Santa”, das bedeutet sie spielen die ganze Leidens- und Auferstehungsgeschichte von Jesus fast bibelgenau nach (Jesus wir in echt geschlagen , aber Gott sei Dank nicht in echt gekreuzigt)
… Und dieses Jahr soll auch ich mitmachen. Und wer mich gut kennt, weiss, dass mir Theaterspielen ueberhaupt nicht liegt und schon gar nicht in Spanisch! (Aber zum Glueck hab ich nur eine kleine Rolle bekommen, mit einem Satz , den ich alleine sage und ein paar Saetze mit einer Gruppe).
Ich uebe heute schon den ganzen Tag die Aussprache, besonders das “r”, das ich noch nie konnte. .. ich glaube meine Familie wird bald verreuckt ;-)

Morgen muss ich wieder um 6.00 Uhr aufstehen, denn ich fahre in die Behindertenschule. Wahrscheinlich daf ich wieder ganz viel Querfloete spielen, denn das beruhigt die Kinder enorm. Die Arbeit dort ist sehr anstrengend, aber wirklich etwas Wertvolles und Besonderes!
Also Ihr Lieben geh dann mal ins Bett! Meld mich bald wieder!
Freu mich von euch zu hoeren!
Dicke Umarmung!
Lulu

Mittwoch, 16. März 2011

Reise

Neuigkeiten von meiner Reise!

Reisebericht-1- (docx, 1,858 KB)

Sonntag, 23. Januar 2011

Los gehts!

Rucksack packen, auf den Ruecken schwingen ....in 8 Stunden gehts los!
Mit drei Freunden (Voluntarios) reise ich in die Berge, dort wo es so richtig kalt ist. Die Stadt heisst Huaraz. 5 Tage sind wir dort und danach fahren wir direkt nach Lima zu unserem 9 Tage Seminar, bei dem sich alle Voluntarios treffen! Darauf freue ich mich schon riesig!!!
Danach gehts in Richtung Sueden, wobei die ganaue Rute noch nicht geplant ist.

4 Wochen weg von meinem ins herzgeschlossenen, jetztigen Zuhause! Es wird aber bestimmt auch eine eindrucksvolle, tolle Zeit werden!

reiselustige und noch sonnige Gruesse
Lulú

Donnerstag, 20. Januar 2011

...

Feliz año Nuevo!!! Ein glueckliches Neues Jahr an alle!! (ein bisschen verspaetet, aber von Herzen!!)

News/ Neuigkeiten/ Nuevas
Von meinem diesjaehrigen Neujahr und Weihnachtserlebnissen, brauche ich nicht mehr erzaehlen, denn das hab ich euch in meinem 2. Rundbrief geschrieben, der uebrigens auf der Internetseite:
http://www.kja-freiburg.de/efj/dcms/sites/kja/fachstellen/ffd/voluntario/freiwillig/index.html

zu finden ist.
Ich befinde mich gerade in meinen zweimonatigen Schulsommerferien und kann euch viel von Sonne, Strand und Meer erzaehlen ;-)
Aber da ich ich euch nicht neidisch machen will, berichte ich euch ein bisschen von meiner Arbeit im Kinderheim:

Feriñafe
Seit Januar arbeite ich drei Tage die Woche in einem Kinderheim in einem Ort, namens Feriñafe, der ca. 45 Minuten von meinem Zuhause entfernt ist. Die Herberge, in der 40 Kinder von 0 bis 10 Jahren ohne Eltern oder mit besonders gewalttaetigen Eltern einen Unterschlupf gefunden haben, wird von acht Ordensschwestern geleitet, die im Kloster nebenan wohnen.
Da der Weg dorthin nicht ungefaehrlich ist, uebernachte ich im Kloster mit den Nonnen und ca. 25 Maedchen zwischen 13 und 22 Jahren, die auch in den Orden eintreten wollen und dort in gewissermassen auf “Probe” wohnen. Die Maedchen sind ganz fromm, brav, ruhig, vorsichtig und auch ein bisschen schuechtern, aber herzlich und lieb. Ihr Tagesablauf ist gut durchstrukturiert.
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5.30 Uhr aufstehen (man wird von einer schrecklich lauten Glocke geweckt, die haette ich am liebsten schon an meinem ersten Tag heimlich abgehaengt :-) !!) , danach gehts direkt in die Kapelle zum Beten
7.00 Uhr Gottesdienst
8.00 Uhr Fruehstueck
9.00 Uhr bis 12.30 Uhr Spuelen, Hasputz, Gartenarbeit, Helfen im Kinderheim, Kochen
13.00 Uhr Mittagessen
13.30 bis 15.00 Uhr Mittagsruhe – Siesta
15.00 Uhr bis 18.00 Uhr studieren, lernen, lesen: DIE BIBEL
18.00 Uhr Abendessen richten
19.00 Uhr Abendessen
Danach treffen sich alle in einem Raum um zu reden oder Fernseh zu schauen,… aber nicht irgendwas…. Sie schauen BibelTV… schrecklich langweilig!!!
Und um 21.00 Uhr wird , nach einem weiteren Gebet in der Kapelle, das Licht im Zimmer ausgeschalten! (an meinem ersten Tag lag ich im Bett, war ueberhaupt nicht muede und hab mich gefragt: “Und was Nun???”
… ich hab mir ueber eine Stunde Gedanken ueber das Klosterleben, Kinderheime und Adoptionen gemacht,… bis ich dann letztendlich irgendwann eingeschlafen bin.
………………………………
Relativ schnell habe ich gemerkt, dass das Klosterleben nichts fuer mich ist. Ich finde die Maedchen wirklich bewundernswert, dass sie so jung so eine Entscheidung oder Versuch oder Abenteuer des Lebens wagen.
Ich koennte mich niemals an so viele Regeln halten (z.B. die Haare kurz zu schneiden, keine Fotos von mir zu machen,…) , den Tagesablauf einhalten und mich in einem Kloster einsperren lassen. Ich brauch ein bisschen mehr Freiheit und auf Dauer wuerde es mir auch richtig langweilig werden.
Aber wie schoen, dass jeder Mensch anders ist!!!

Ich muss Gott sei Dank nicht alle Punkte des Tagesablaufs mitmachen. Ich steh auch so frueh auf, esse mit ihnen und geh abends wieder viel zuuuu frueh!!! schlafen, aber die Zwischenzeit helfe ich im Kinderheim. Die Arbeit macht mir wirklich Spass, ausgenommen von den vielen “Aerschle putzen” und Wideln wechseln.
Jede helfende Hand wird gebraucht.
Ich bade die Kinder, gebe den Babys Flaeschen, fuettere die Kleinen beim Essen, spiele mit den Kindern, Wechsel die Kleider und Windeln, helfe beim Putzen,… und was sonst noch so ansteht.

Als ich ankam hatten alle Kinder die Windpocken ;-) Wie gut, dass ich das schon hinter mir habe,habe ich mir gedacht… allerdings sah ich am zweiten Tag genauso aus, denn die Schnarken haben mein Blut entdeckt!! Und mich mit vielen Punkten bestueckt ;-) !!

Ich bin so froh, dass ich so eine Erfahrung machen kann. Meine Gastfamilie fragt mich immer wieder, warum ich so viel Anstrengungen auf mich nehme und warum ich nicht noch oefters an den Strand gehe und die Sommerferien geniesse. Aber ich bin mir sicher, Strand kann ich noch oefters in meinem Leben haben, aber ein Kinderheim in Peru kennen zu lernen nicht.


Mama und Papa bitte schafft schon mal Platz im Haus oder baut an, denn ich komm nicht alleine zurueck!! Ich bring mindestens vier Kinderchen, die keine Familie haben mit, wenn es geht, noch mehr!! :-)
Nelly, Martin und Rosa sicher und dann mal schauen…
Martin erinnert mich so an Valentin ;-), Rosa ist ein 3 Monate altes Maedchen, das letze Woche ins Heim kam, weil ihre 14 Jahre alte Mutter sie nicht haben wollte und Nelly ist der pure Sonnenschein!!!


6. Januar: “Chocolatada in Reque” und Dreikoenigsfest:
Am 5. Und 6. Januar sind 3 Heilige Koenige und Kinder tanzend (typisch peruanische Taenze) durch die Strassen gelaufen, zu Ehren des Jesuskindes.
Am 6. Januar war allerdings in Reque ein traditionelles und froehliches Ereignis fuer Kinder:
Die letzte “Chocolatada” , zu der alle Kinder von Reque eingeladen waren.

Ok fuer alle, die immer noch nicht wissen was die Chocolatada ist:
Es ist ein kleines Festchen, wie bei uns eine Weihnachtsfeier:
Es gibt für jedes Kind ein kleines Paneton und Suessigkeiten, eine warme Schokomilch mit Zimt und ein kleines Geschenkchen. Es wird getanzt, Spiele gespielt, gesungen, gelacht und manchmal gibt es sogar eine kleine Auffuehrung! Mit Plakaten haben wir Jugendliche, die Kinder eingesammelt und sind mit den drei Koenigen (3 Jungs aus der Jugendgruppe) durch den Park gezogen.
Die Kinder waren gluecklich!!

Hier ein Bild, wo ihr mich mit Damen der Gemeinde am Suessigkeitentuetchen packen seht!


Dorfsituation/ Pfarrerwechsel
Aktueller Stand der Gemeinde: Der Pfarrer hat beim Bischof um einen Ortwechsel gebeten.
Und diese Woche hat sich entschieden, dass der neue Pfarrer die Gemeinde wechselt, aus vielen Gruenden. Ich mag ihn und finde es super schade, aber ich kann ihn verstehen. Denn ich bekomme ganz schoen viel im Vertrauen von allen Seiten mit und kann die Situation glaube ich sehr gut einschaetzen. Im Februar kommt dann der Neue... mal schauen! I
Abwarten....

Einige im Dorf haben eine Unterschriftenaktion gestartet, weil sie wollen, dass der Pfarrer bleibt. Heute kam der Zettel auch in usnerem Haus an :-)!

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Sonst gibts im Moment nicht sehr viel Neues, ausser vielleicht, dass im Dorf am Dienstag die Sommersportspiele starten. 33 Gruppen (Fussball, Volley und Basketball) spielen abends im Park, wie eine kleine Meisterschaft. Meine Gastmama spielt Volley in einer Gruppe! Das Strassenleben gefaellt mir so gut!!

Naechste Woche gehts auf Reisen,... da werdet ihr hoechstwahrscheinlich nicht so viel von mir hoeren, danach aber ganz bestimmt wieder!!!
Huaraz, 10 Tage Seminar in Lima und danach den Sueden kennenlernen.

Wuensch euch einen schoenen Fruehlingsanfang (Hab gehoert der Schnee ist weg und die Temperaturen steigen :-) ! Ich denk ganz oft euch!

Un abrazo y muchos saludos de Reque!!!
Eure Lulú, seit neustem auch Luisita ;-)

P.S.: Danke fuer die vielen lieben Mails und Kommentare!!!! Und verzeiht meine tolle Rechschreibung und vielen Fehler!


... irgendwie klappt es schon wieder nicht mit den Bildern! Ich bin wirklich kein Mensch des Computers! Hat mir jemand eine Idee, wie ich euch sonst noch Bilder zukommenlassen kann??

Montag, 20. Dezember 2010

...

Hallo Ihr Lieben,
Irgendwie habe ich ein kleines Problem mit den Bildern, aber ich gebe mir allergroesste Muehe es so schnell wie moeglich zu beheben, damit ihr noch mehr sehen koennt.
Leider hab ich auch nicht allzu viel Zeit um zu schreiben, weil ich wie jedes Jahr um diese Zeit ein klein wenig im Weihnachtsstress bin ;-) !


Vor meiner Reise nach Cajamarca habe ich in der Baeckerei meinen ersten Kuchen gebacken. Mit riessen Maschinen, richtig gigantisch!!! Zum kleinen Kaffeeklatsch haben Delia (meine Contraparte) und ich den neuen Pfarrer Padre Daniel, eingeladen. Er hat es im Moment im Dorf ueberhaupt nicht einfach. Die meisten Menschen akzeptieren ihn nicht. Sie trauern immer noch sehr um Padre Victor, was auch verstaendlich und normal ist, aber das Problem, glaube ich, ist, dass die meisten nicht verstehen wollen, dass Padre Victor einfach nicht mehr da ist und auch nicht zurueckkommen kann. Sie geben Padre Daniuel ueberhaupt keine Chance im Dorf anzukommen.
Ich finde ihn einen ganz patenten und netten Pfarrer. EIn bisschen ruhig und vielleicht auch ernst, aber herzlich und das ist doch das wichtige!

Meine Cajamarcareise:
Am 18. November um 5.00 Uhr in der Frueh ging es mit meiner Gastschwester Tania und meiner Gasttante Vero los. In romantischer Atmosphaere mit Kerzenschein (Stromausfall) habe ich mich fertig gemacht und meinen Rucksack auf den Ruecken geschwungen. 6 Stunden Fahrt in die Stadt mitten in der Sierra. Ein Teil der Busreise hab ich geschlafen, wo ich das erste Mal meine Augen geoeffnet habe, war ich beeindruckt. Die bergige Landschaft Wahrlich traumhafte Natur. Und nichts durch Menschenhand verpfuscht.
Eingeschlafen bin ich nicht mehr, den irgendwann kamen Felder mit Freuchtebaeumen (Mangos, Maracujas,…) und Menschen in traditioneller Kleidung der Sierra, die mit ihrem Esel oder Pferd auf dem Feld gearbeitet haben.
Zwei Naechte hab ich mit meiner Gastfamilie im Hotel uebernachtet und eine in der Familie meiner lieben Mitvoluntarierin Annika.

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Kurze Eindruecke der Stadt:
…GRUEN, GRUEN, GRUEN, ich hab gruen gesehen. Wie ich den das vermisst habe. saftige Wiesen, Baume, Palmen und Pinien… und natuerlich die schwarzweissen Kuehe…
Und die frische Luft (Hoehenluft 2750 m ) tat richtig gut! … Ich hab sogar Loewenzahn entdeckt!  Erinnerungen an den schoenen Schwarzwald!
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…Personen in Tracht . Die Menschen tragen einen Sombrero (Hut). Die Frauen haben ihre Roecke, Kleidchen an und ihre Babys oder Koerbe auf dem Ruecken in einem kunterbunten Tuch eingewickelt, ich finde die Wickeltechnik wahrlich faszinierend!!
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… Die Haeuser haben kleine Balkone und sind grosszuegig gebaut (von den Spaniern) Es gibt viele kleine Baechle in denen das viele Regenwasser ablaufen kann. In Cajamarca regnet es echt super viel! Nur wir hatten ein riessengrosses Glueck: “vier Tage purer Sonnenschein!” :-)

… der Reis schmeckt ganz anders!! Ein bisschen mehr wie in Deutschland, also nicht viel besser!

… Besuch von Micanto (Arbeit von Annika):
Es ist ein Haus fuer arbeitende Kinder. Jugendliche und junge Erwachsene unterstuetzen Kinder bei Hausaufgaben und gestalten Nachmittage, machen Aktionen, basteln Karten,… dieses Projekt hat eine Deutsche aufgebaut und wird sehr viel von Sternsingergeldern unterstuetzt.

… ein bisschen turistisch habe ich mich gefuehlt. Wir haben die Cathedrale, Kirchen, Museen, die bekannten Baños (Baeder) der Inkas, Einen Garten mit Hortenzien, Otusco (eine Begraebnisstaette), Porcon ein Tierpark mit typischen Tieren von Peru, der Costa, Selva und Sierra, in 300 m Hoehe,… angeschaut.


… Ich hab eine echte Lila milka Kuh gesehen ;-), als wir eine Kaesefabrik besucht haben. Da es in Cajamarca so viele Kuehe gibt, wird hier viel Kaese zubereitet und es gibt Macha Blanca, das ist eine traditionlle, suesse Caramelcreme mit Milch, die einfach ausgezeichnet lecker ist!!!

Die Reise war so schoen und interessant. Die Sierra ist eine ganz andere Welt wie das Leben an der Kueste!


Viele von euch haben mich gefrag, wie wir die Adventszeit und Weihnachten feiern.

Adventszeit:
Durch das Wetter, finde ich fehlt ein bisschen die Gemuetlichkeit im Advent.
Aber auch die Peruaner versuchen durch Lichterketten, ein bisschen kitschigen Weihnachtsschmuck, Kerzen,... und manche auch mit einem kleinen Adventskranz (nicht natural) ein wenig weihnachtliche Stimmung aufkommen zu lassen. Wusstet ihr dass der Adventskranz eine typisch deutsche Tradition ist??
Spannend ist auch, dass der Weihnachtsbaum mit Kugel, Sternen, Lichterketten,... schon am Anfang vom Dezember aufgestellt wird. Die ganze Familie schmueckt ihn. Aber er ist nicht wie ihr euch jetzt vorstellt frisch aus dem Wald gehackt und duftend. Er ist aus Plastik, denn hier gibt es keine Waelder. Mehr Sand und Wueste:-)!!
Die Krippe wird auch schon aufgebaut, nur das Christuskind fehlt. Ich glaube die Krippe hat hier im Land eine viel staerkere Bedeutung (genauso wie der Glaube). In Parks in der Schule, in jedem Haus,... gibt es einen Stall mit dem Jesuskind,Maria und Joseph und den Tieren, ob gross (wie im Park) oder klein.
Am ersten Advent haben wir in meiner Familie eine kleine Andacht gefeiert. Wir aben einen Bibeltext gelesen, darueber geredet, gesungen und gebetet. Feierlich wurde eine Kerze des Plastikkranzes angezuendet ;-) !

Einen Adventskalender, wie wir das kennen, gibt es nicht. Aber in Gruppen oder in der Familie wird das Spiel „Amigo secreto“ – heimlicher Freund – gespielt. Man zieht einen Zettel mit einem Namen und schreibt dieser Person in der Adventszeit kleine Briefchen und am 24. Dezember oder einem anderen ausgemachten Tag bekommt man dann ein Geschenkchen. Meiner Gastfamilie habe ich aber einen Adventskalender gebastelt. Und ich glaube sie haben sich riessiggefreut jeden Tag ein kleines Geschenkchen oeffnen zu koennen.
Weihnachtsmaerkte mit schoener weihnachtlicher Musik gibt es nicht. Allerdings gibt es ganz viele Geschaefte mit Deko, die seit dem 1. Dezember immer ueberfuellt sind, weil jeder, wie auch in Detschland einkaufen will um anderen eine Freude zu machen oder einfach das Haus zu dekoriren,...

Mit den Kindern in der Schule habe ich den ganzen Dezember fleissig Sterne gebastelt um die Klassenzimmer zu dekorieren.
… und die Weihnachtsbaeckerei hab ich auch schon Mitte Dezember eroeffnet! Ich hatte zum Teil auch grosse Hilfe von meiner kleinen Gastnichte ;-) !
Aber sobald die Broetchen aus dem Ofen kamen war sie auch schon weg, so schnell konnte ich gar nicht schauen, dehalb muss ich naechste Woche, glaube ich nocheinmal dran gehen.  Ich hab Butterbroetle und Hilderbroetle gemacht., bei mir zu Hause und auch in der Baeckerei.
Ein Wunder ist hier, dass die Peruaner die Butter salzig haben. Alles hier ist suess nur die Butter, die ich zum backen brauche… ist salzig! Wie unpraktisch! Kann leider nicht so gut mit Rezept backen, muss nach Gefuehl den Teig zubereiten.

Weihnachten….
Wie wir Weihnachten genau feiern, kann ich euch erst erzaehlen, wenn ich es erlebt habe. Aber Kleinigkeiten, die ich gehoert habe kann ich eucch schon berichten:
24. Dezember:
Bis auf den letzten Druecker wird gekocht und alles fuer den Heiligenabend gerichtet. Um ca. 22.00 Uhr gehen dann alle in die Kirche. Es gibt einen grossen Festgottesdienst und um genau 0.00 Uhr gibt ein riessengrosses Essen. Traditionell wird hier Truthahn verspeist und „Paneton“. Das ist ein Kuchen, ein bisschen aehnlich wie Hefezopf, mit getrockneten Fruechten, der traditionell fuer Peru ist. Allerdings haben die Peruaner diesen Brauch von den Italienern geklaut ;-) !
In der Nacht kommt dann „Papa Noell“ und bringt Geschenke.
Mit viel Tanz und gutem Essen wird gefeiert! ... Bis in den Morgen (so um 3.oo Uhr 4.oo Uhr) !

25. Dezember:
An diesem Tag gehen die meisten aus meinem Dorf an den Strand. Und lassen sich es richtig gut gehen. Mit viel Ruhe und Gemuetlichkeit wird dieser Tag verbracht.
26. Dezember ist hier kein Feiertag.

… ich bin wirklich mal gespannt…!!!!

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Wollt ihr peruanische Weihnachtsmusik hoeren???
Also hier ein paar Tipps: (muesst es nur in You tube eingeben!)
 Ven a cantar
 Navidad de los pobres
 Blanca Navidad
 Vamos pastores
 Somos los niños cantors
 Ven a mi casa esta navidad
 Noche de paz

Jugendgruppe:
Ganz fleissig bin ich mit den Maedels meiner Gemeinde am Weihnachtskarten basteln. Es ist ein bisschen anstrengend, denn wir haben ueber 200 Auftraege bekommen, aber trotzdem jedesmal ganz lustig zusammenzusitzen und zu reden!
Im Dezember ist der Monat mit den meisten Festen und Terminen. Am 8. Dezember z.B. war hier die 1. HEilige Kommunion und am 12. Dezember die Firmung. Die Gottesdienste waren aussergewoehnlich froehlich und es hat eine herzenswarme Stimmung in der Kirche geherrscht.
Die Jugendgruppe hier ist eine Erfahrung fuer sich!!! Wie jeder fuer den anderen da ist, ist einfach schoen. Es ist wie eine kleine zweite Familie.
Die Jugendlichen stellen hier im Dorf viel auf die Beine, z.B. machen sie die ganze Firmvorbereitung alleine, sie haben ein Projekt, dass Schreinerei genannt wird, in dem ein Herr jeden Samstag Jungs und Maedels schreinern lernt nebenbei zu dem Studium, sie haben eine grosse Krippe aufgebaut, veranstalten Essen, haben ihr kleines eigenes Banksystem,… wirklich beeindruckend.
Am 12. Dezember haben wir ausserdem den 24. Geburtstag der Jugendgruppe mit viel Tanz und einem richtig guten Essen gefeiert :-) !!

Letztens bin ich auch um 5.00 Uhr morgens aufgestanden um mit ein paar der Gruppe in der Kirche einen Rosenkranz zu beten. Jeder erste Samstag im Monat leitet einer aus den vielen Gruppen der Pfarrgemeinde den Rosenkranz und Dezember war die Jugend eingeteilt. Also hab ich den Wecker auf 4.40 Uhr gestellt, bin aufgestanden und bin in die Kirche gegangen.
Der Witz einfach war, dass um 5 Uhr genau 6 Jugendlich da waren und kein anderer Mensch der Gemeinde. … Ein bisschen hat mich das an Deutschland erinnert!

Schulen:
Das Schuljahr ist zu Ende…
Es wurden Abschlussexamen geschrieben und jetzt gibt es ueber den Hochsommer 2 Monate Ferien! Auch ich hab mit den Schuelern von Puerto Arturo Englischexamen geschrieben. Wir haben einen Englischkoenig gekuert, der, bzw. die Beste!

Chocolatada in den Schulen:
Chocolatada ist, wie bei uns eine kleine Weihnachtsfeier, die die Schulen und die Eltern der Kinder organisieren. Es gibt fuer jedes Kind ein kleines Paneton, eine Schokomilch und ein kleines Geschenkchen. Es wird getanzt, Spiele gespielt, gesungen, gelacht und manche machen sogar eine kleine Auffuehrung!
In jeder Schule gibt es so eine Feier. In Mixto wurde sie ganz gross gefeiert. In Puerto Arturo war sie richtig familiaer und gemuetlich. Und Miraflores waere sie ausgefallen. Aber ich habe so eine Feier (Combinatiom aus Chocolatada und Promocionsfeier, also einer Feier fuer die Kinder die die Grundschule verlassen) organisisert mit Spielen und Essen.Eine Torte hab ich sogar auch gebacken. Meine Gastfamlie hat mich sehr unterstuezt mit Vorbereiten und Essen spenden.
UEber die kleine Ueberraschung von mir, haben sich die Kinder riessig gefreut!!! In Puerto Arturo habe ich auch eine kleine Feier organisiert, aber nur fuer die Promocion. Die Torten sind einfch gigantisch gut geworden ;-)!


Meine Gastfamilie:
Ich bin so gluecklich in meiner Gastfamilie, ich fuehl mich so richtig wohl. Meiner Gastmama kommen immer die Traenen, wenn sie daran denken muss, dass ich in einem Jahr wieder gehe…

Calera:
Mit meiner Contraparten Delia bin ich jetzt schon zweimal in einem kleinem Ortsteil von Reque, genannt Caleram,gewesen. Es liegt ca. 30 Minuten mit dem Mototaxi vom Zentrum Reque weg und ist eine etwas aerme Gegend. Zuerst haben wir eine kleine Andacht gemacht und dann habe ich mit den Kindern gebastlt.
Am 24. Dezember am NAchmittag werde ich mit dem Pfarrer wieder in den Ortsteil fahren um einen kleinen Weihanchtsgottesdienst zu feiern.


So ihr Lieben jetzt wuensch ich euch noch ein paar stressfreie und gemuetliche Tage bis Weihnachten!! Nur noch 3 Mal schlafenl….
Wie komisch es fuer mich ist, um diese Zeit nicht zu Hause zu sein.

Danke fuer eure liebe Post, kommentare, Nachrichten,...!!! Ich freu mich immer so sehr!

.... wie gesagt der Rest der Bilder kommt noch :-)

Donnerstag, 18. November 2010

...

…. Jetzt gibt es aber sehr viel zu erzaehlen. Ich hab endlich auch meine Erkaeltung gut ueberstanden und fuehl mich richtig fit! Also langsam glaube ich, ich hab alles schon durchgemacht: Erkaeltung, Magen-Darm-Krippe, Augenentzuendung, … und meine Weisheitszaehne haben sich auch ueberlegt rauszukommen! Kann also gar nicht schlimmer werden ;-) !


“Senñor de los Milagros”:

Mitlerweile ist der Oktober, also der Monat des Señor Milagros, vorrueber. Die Prozession am 18. Oktober war wirklich spannend mit zu erleben. Erst ein riessiger Gottesdienst, bei dem die Kirche voll war, wie bei uns an Weihnachten und anschliessend wurde ein beleuchtetes und geschmuecktes Bild des Heiligen durch die Stadt getragen von 20.30 bis um 1.00 Uhr (in einem Schneckentempo)! Es gab Gruppen mit so ca. 12 Personen, die abwechselnd das Bild getragen haben. Kitty war auch eingeteilt und hat die drei Tage danach immer noch Schmerzen an der Schulter gehabt, von der schweren Last. An jeder Strassenecke wurde von bestimmten Familie eine Bibelstelle und Fuerbitten vorgelsen und anschliessend ein Rosenkranz gebetet. (hab ich eigentlich schon mal erwaehnt, dass hier ganz oft, von Kindern, und Erwachsenen Rosenkranz gebetet wird? Es istr ganz gut das “Vater unser” und das “Gegruesset seist du Maria” zu koennen, sonst wird einem schnell sehr langweilig! Ich kann es schon in Spannisch und bin ganz stolz auf mich ). Ein Orechester hat die Prozession mit ganz besonders trauriger Musik begleitet. Prozession-18-Oktober-13-
Prozession-18-Oktober-20-

“St. Martin”:
Abgeloest wurde das Fest des “Señor de los Milagros” von dem Fest des Heiligen “St. Martin de Tours”, dem Schutzpatron der Kirche. Der ganze November wird wieder gefeiert, mit taeglichen Gottesdiensten, die von Familien gesponsort werden. Von Erzaehlungen habe ich mitbekommen, dass eigentlich der ganze November im Park, also Zentrum der Stadt eine klitzekleine Messe mit Karusell, Suessigkeitenstaenden,… aufgebaut ist, aber dieses Jahr nicht, weil die Menschen noch sehr viel um Pater Victor trauern.
Am 11. November war ein riessiger Gottesdienst, in dem die Kirche ebenfalls ueberfuellt war und in dem ein richtig guter kleiner Chor gesungen hat! Am Nachmittag gegen 17.00 Uhr ging die Prozession mit der Statue des St. Martins los, 7 Stunden durch die Strassen von Reque, aehnlich wie die Prozession des “Señor de los Milagros”. Wirklich beeindruckend, wie die Menschen mit Leib und Seele 7 h beten und an dem Umzug teilnehmen.


Miraflores:
Bestimmt seid ihr gespannt, wie es mir in dieser Schule geht. Jeden Mittwoch morgen bin ich dort. Am Mittwoch den 20. Oktober wurde ich von leisem Klopfen geweckt. Als ich bewusst wach war, hab ich gemerkt, dass es regnete. (mein erster Regen hier in Peru ;-) ). Voller Freude, bin ich in die Schule gefahren, weil ich natuerlich heute kein Karate unterrichten muss, hab ich gedacht. Ich kam viel zu frueh an und habe den Jungs zugeschaut, wie sie auf dem Betonboden ein Perlenspiel gespielt haben. Die Maedels sind in ihren Flip-Flops oder Barfuss in Pfuetzen rumgesprungen.
Die Kinder von Miraflores haben dreckige Haende, Fuesse und riechen nach ungewaschen Kleidern, aber ich hab jeden einzelnen gern, so wie sie sind!
An diesem Tag sauste der Wind uns um die Ohren und mit dem Regen haben die Kinder und ich eiskalte Haende gehabt.
Die Haelfte des Morgens habe ich ein wenig Deutsch unterrichtet und anschliessend nach der Pause, musste ich doch Karate machen. 1,5 Stunden, die Kinder und ich haben gefroren, aber der Lehrer stand mit seinem Stock in der Hand und seiner warmen Jacke daneben und hat Poklapser verteilt. Ich bin auf den Lehrer ein bisschen wuetend! Ich kann auch noch nicht einschaetzen inwiefern der Lehrer etwas fuer die Kinder gut meint oder nicht. Im Moment denke ich, dass der Lehrer an den Kindern nicht so grosses Interesse hat. Aber es kann natuerlich auch sein, dass der Lehrer ueberfordert ist, mit so vielen Kindern.
… die letzten beiden Mittwoche waren besser und der Lehrer hat gar nicht mehr geschlagen. Bin ich richtig froh!!!
Ich glaube, die Kinder lernen mich immer besser kennen und haben langsam auch ein bisschen mehr Vertrauen zu mir. Ich spiele mit Ihnen und in der 1. Und 2. Klasse unterrichte ich jetzt immer Mathe! Macht mir grossen Spass!
Allerdings gibt es ein grosses Muellproblem in der Schule. Der Lehrer sagt, der ganze Muell (Plastik, Papier,Biomuell,…. Alles) kann aufs Feld gekippt werden und irgendwann zuenden sie es vielleicht an. Ich fuehre ab dieser Woche ein Muellsystem ein und nehme jeden Mittwoch den ganzen Muell mit in die Stadt in die grossen Eimer. Ich hoffe das die Kinder lernen, dass es nicht gut ist, ueberall in der Natur sein Muell zu hinterlassen.


Meine Lieblingsschule Puerto Arturo:
Was gibt es da Neues?!
Also ersteinmal haben wir im Oktober den Geburtstag von allen Kindern gefeiert! Das war eher eine spontane Aktion. Die ersten Stunden wurde Mathe und Deutschexamen geschrieben und anschliessend haben sich alle Kinder in einem Raum getroffen, es wurde Musik angemacht und getanzt, zwischendurch wurden Spiele gespielt, wie “Reise nach Jerusalem”. Jeder Lehrer auch ich mussten eine kleine Rede halten. Oh ich habe nur einige Worte zusammenbekommen. Nicht so einfach, schon gar nicht in Spanisch! Am Ende wurde ein Kuchen auf den Tisch gestellt und in 32 Stuecke geteilt. Jeder hat nur ein klitzekleines Stueck bekommen, aber alle waren ueber gluecklich. Keiner war neidisch auf den anderen, der ein groesseres Stueckchen hatte. Fand ich so schoen zu sehen, wie man mit so wenig zufrieden und Froehlich sein kann.

Ende Oktober sind die Lehrerinen und ich mit den Kindern in das Zentrum von Reque zu einer kleinen Demonstration gegangen. Die Kinder haben mit ihrer Banda (Instrumente: Schlagwerk und Trompete) einen bestimmten Rythmus gespielt und mit Plaklaten ausgestattet durch die Strassen gelaufen. Es kamen noch andere Schulen und Aerzte von Reque haben teilgenommen. Das Thema der Demonstration war:
“Wir wollen sauberes Wasser! Fuer unsere Gesundheit! Gegen Durchfall!
Sauberkeit (Haende waschen, Duschen,…) “


Besuch im Kinderheim in Feriñafe:
Mit meiner so lieben Contraparten Delia habe ich ein Weisenhaus, von Nonnen gefuehrt, in Feriñafe besucht. Der neue Pater hat vorgeschlagen, dass ich dort arbeiten koennte. Das Problem ist, dass ich mit dem Auot ueber eine Stunde dort hin fahren muss und die Gegend nicht gerade die sicherste ist.

Im Weisenhaus leben Kinder zwischen 2 Monaten und 10 Jahren. Da wir relativ frueh (so gegen 12 Uhr am Mittag) da waren, haben wir nur die Kinder zwischen 0 und 3 Jahren gesehen. In einem Raum mit einem Fernseher waren z.B. 10 kleine Kinder mit einer Aufsichtsperson, es gab kein Spielzeug (ich glaube aus Sicherheitagruenden). Es gibt fuer jedes Alter immer zwei Aufsichtspersonen, eine fuer den Morgen und Mittag und eine fuer den Abend und die Nacht. In einem anderen Zimmer sass eine Nonne mit einem Baby im Arm, Fuenf weitere Saeuglinge lagen im Bett und fuenf 1- jaehrige ebenfalls. Wieder nur eine Person. Ich habe mit meiner Querfloete ein bisschen gespielt und die kleinen Kinder haben ganz gespannt und neugierig gelauscht.
Wir kamen genau richtig zum Mittagessen. Jede Hilfe wird dankbar angenommen und so wurden Delia und mir gleich ein Kind in die Hand gedrueckt zum fuettern. Leider laeuft das Fuettern, wie am Fliesband ab, “Mund auf, Mund zu und schlucken!” Die Nonnen sind sehr bemueht und liebenswuerdig, aber aus Personenmangel haben sie keine Zeit sich um jedes Kind mit Geduld zu kuemmern. Alle wollen was essen und so muss es sehr schnell gehen. Wirklich traurig. Mir fiel es gar nicht leicht dieses Haus zu verlassen. Am liebsten haette ich noch mehr geholfen. Ich habe die ganze Heimreise ueberlegt wie ich helfen kann. weil das Weisenhaus braucht echt tatkraeftige Unterstuetzung!! Meine beste Loesung ist, dass ich in meinen Schulferien Tage am Stueck (mit uebernachten) dort verbringen werde. Muss aber erst noch geklaert werden, ob das moeglich ist.

Jugendtag in Chiclayo:
Ja langsam habe ich auch ein bisschen mehr Kontakt zu den Jugendlichen der Pfarrgemeinde. In den ersten Wochen war es ein bisschen schwierig, weil Tania, meine Gastschwester die Treffen der Jugendgruppe nicht mag und ich die erste Zeit davon nichts wusste und dann immer etwas anderes am Freitagabend vor hatte. Aber der Tag in Chiclayo war echt gut um noch merh kennen zu lernen. Es war eine Art Olympiade mit Jugendgruppen verschiedener Doerfer und Stadten.
Es wurde getanzt, Fussball und Volleyball gespielt, es gab Eierlauf, Sackhuepfen, Filmaktion,… und Tauziehen (bei dem ich teilgenommen habe und das Reque, meine Stadt natuerlich gewonnen hat ;-) )
Mit Plakaten in der Hand haben wir unsere Gruppen angefeurt und mitgefiebert.
Am Ende des Tages haben alle auf der Strasse getanzt und wir haben gefeiert, weil wir insgesamt in den meisten Spielen gewonnen haben und der Preis, war eine Gitarre, eine Trommel und Tamborin. Die Stimmung war echt super!

Besuch der Huehnerfarm:

Am 1. November, das hier uebrigens auch ein Feiertag ist, war mein Gastvater Toño in Reque. Wir sind auf eine Huehnerfarm, ein bisschen ausserhalb von Reque gefahren (lag mitten in der Wueste) Auf dieser Farm hat mein Gastvater Toño mehr als drei Jahre gearbeitet. Er hat mir alles erklaert und es war auch echt spannend wie in Peru Eier produziert und Huehner gehalten werden. Ich glaube in Deutschland waere die Farm schon laengst aus hygiensichen Gruenden geschlossen. Das Highlight war als ich Eier eingesammelt habe und ein Huhn auf dem Arm hatte, nur fuer ein Foto. Ich hatte so eine Angst und ich glaub das sieht man auch auf dem Foto. Ich hab mich gar nicht wohl gefuehlt :-) ! Der Ausflug war echt schoen!



… Ich habe jetzt an den Nachmittagen auch ein bisschen mehr Arbeit! Montags bin ich in einer Schule (Secundaria), genannt Diego Ferre und mache mit 16- jaehrigen Jungs und Maedels Karate. Macht mir mehr Spass, wie mit den Kleinen, weil ich mich mit den Schuelern besser unterhalten kann und sie nicht nur rumzappeln.
Ausserdem helfe ich auch sehr viel in der Baeckerei der Gemeinde. In der Nacht und am Morgen backen so ca. Sechs Frauen Broetchen fuer Schueler, Roscitas, Kekse “Santa Clara”, Biscotchos (schmeckt ein bisschen aehnlich wie Einback) und Toastbrot. Am Nachmittag kann ich dann helfen alles in Tueten zu verpacken. … und nebenher ein bisschen von dem frischen Gebaeck verspeisen ;-) !
Ausserdem treffe ch mich mit fuenf Maedels zur Zeit regelmaessig am Abend um Karten fuer Weihnachten, Erstkommunion, Konfirmation oder andere Festlichkeiten zu basteln und zu lernen um dies dann Kindern beizubringen. Die Technik des Bastelns ist gar nicht einfach. Fuer eine Karte benoetigt man so ca. 1h oder mehr! Aber das Endprodukt ist echt toll!

Jetzt vor Weihnachten gibt es in ganz Peru einen bestimmten Kuchen, der “Paneton” genannt wird. Es ist ein bisschen aehnlich wie Hefezopf mit getrockneten Fruechten, nur noch viel leckerer. Reque produziert in der Baeckerei ihren eigenen Weihnachtskuchen “Paneton Victor”, nach dem Pfarrer benannt. Einfach nur koestlich!!!!!!


Am Donnerstag geht es ab in die Sierra nach Cajamarca! 6 Stunden Fahrt mit dem Bus! Ich reise mit meiner Gasttante Vero und meiner Gastschwester Tania fuer vier Tage in die Stadt! Freu mich schon euch davon erzaehlen zu koennen!!

Ganz liebe und herzliche Gruesse aus Reque!
Ich freue mich immer wieder, das Neuste aus meiner Heimat zu erfahren !!!



P.S.: Ich glaube ich habe vergessen zu erzaehlen, dass ich endlich Meerschweinchen gegessen habe. Es ist echt lecker, alleridngs hat das Tierchen nicht viel auf den Rippen. ;-) Was ein wenig unappetitlich ist, sind die Fuesschen mit Krallen auf dem Teller zu haben.
P.S.: die restlichen Fotos werden nachgereicht!! ;-)

Montag, 18. Oktober 2010

...

Hallo Ihr Lieben,
es tut mir Leid, dass ich schon so lange nicht mehr geschrieben haben. Aber da mein Rundbrief vor ungefaer einer Woche fertig geworden ist, seid Ihr ja einigermassen informiert und habt auch die traurige und sehr bewegende Nachricht: den Tod von Pater Viktor mitbekommen.

Seminar in Trujillo :
Vom 5. Oktober bis zum 8. Oktober hatte ich mit den vier weiteren Voluntarios des Nordens ein Seminar in Trujillo. Wir waren in einem kleinen Ort Petrigal, ein bisschen ausserhalb von Trujillo, in dem am Morgen und Mittag purer Sonnenschein war. Es war eine ganz ruhige Gegend mit viel Baeumen (also fuer Peru) und Bergen. Wir haben in einem Haus, genannt “Katilandia” gewohnt, das einen grossen Fussballplatz hatte, einen gemuetlichen Innenhof , ein Schwimmbad (mit eiskaltem Wasser!), grosse Zimmer, … und leider nur kalte Duschen. Ich glaube das Haus, fuer Seminare, wurde von eine Deutschen gebaut.

Seminar-Trujillo-4-

Die Tage waren echte Erholung!
…Deutsch reden, ohne Kopfzerbrechen
… sich austauschen, ueber Probleme offen reden, Fotos anschauen,…
…Ideen fuer Arbeit (Gruppenstunden, Unterricht,… ) sammeln
… lachen, ein wenig kochen, Lagerfeuer mit Stockbrot machen, singen, …

Das leckere peruanische Essen, das eine liebe Dame jeden Tag fuer uns kochte, hat zu der guten Stimmung beigetragen.

Allerdings haben sich bei mir in der Nacht von Donnerstag auf Freitag irgendwelche Parasiten, Bakterien oder so was aehnliches in meinen Magen oder Darm eingeschlichen. Die ganze Nacht lag ich mit Bauchkraempfen im Bett und am Morgen musste ich mich uebergen und hatte Durchfall (Allerdings plagte mich der Durchfall schon zwei Wochen zuvor, aber Genauigkeiten lass ich hier lieber aus ;-) ). Mir ging es auf alle Faelle Hundeuebel und an die Heimreise am Nachmittag war gar nicht zu denken.
Am Mittag sind wir alle dann erst einmal zu meiner “Tante” Nancy, die Gott sei Dank in Trujillo wohnt, gefahren. Alle waren ganz besorgt. Nancy holte extra einen Arzt nach Hause, der mich dann mit einfach Mitteln untersuchte und auf meinem ganzen Koerper rumdrueckte, sogar auf meinen Fingernaegeln. War bestimmt fuer was gut.
Es war so gut, dass Karen, unsere Betreuerin, da war und uebersetzen konnte…, was haett ich bloss gemacht, wenn ich alleine gewesen waere?
Der Arzt hat mir gleich ein Antibiotikum verschrieben und so einen roten, sehr unangenehm, schmeckenden Saft (Electroral), 3 Liter!!, von dem ich 2 Liter bis am Abend getrunken haben musste. Den Freitagmittag hab ich ganz viel geschlafen, waehrend die anderen Voluntarios zum Teil abreisten oder in Trujillo noch ein bisschen Bummeln waren.
Meine “Tante” Nancy ist uebrigens voll cool drauf. Sie hat alle Voluntarios zum Essen eingeladen, drei durften bei ihr uebernachten und sie hat sie auch gleich eingeladen, sie ein weiteres Mal zu besuchen. Mir braucht sie das nicht zu sagen, weil fuer sie ist es selbstverstaendlich, dass ich jederzeit kommen kann, weil ich praktischerweise zur Familie gehoere.
Die ganze Familie kuemmerte sich ruehrend um mich. Trotzdem hab ich mich nach Hause gewuenscht, hatte ein bisschen Heimwehgefuehle.
Komisch aber, wenn ich krank bin, hab ich ganz gern Mama, Papa oder ganz Nahe stehende Menschen um mich herum.
Am Samstag ging es mir auch schon besser und ich bin mit der ganzen Familie mit dem Auto nach Reque gefahren. Mit grosser Sorge wurde ich von Kitty am Abend empfangen. Sie hat sich die ganze Zeit gefragt, ob sie was falsch mit dem Essen gemacht hat oder woher meine Krankheit kommt.
Ein bisschen anstrengend fuer mich war die Ueberraschungsfeier fuer eine Tante am Abend. Grosse Geburtstagstorte, Tanz und gutes Essen und mir ging es einfach nicht gut und ich wollte schlafen. Irgendwie hat das keiner so richtig verstanden, bis ich dann einfach kurz eingeschlafen bin. (Das war so gegen 23.30 Uhr!) Toño mein Gastvater meinte, dass es vielleicht besser waere, wenn wir gehen. War ich vielleicht erleichtert!

… von Tag zu Tag wurde es ein bisschen besser und am Dientag bin ich wieder arbeiten gegangen. Natuerlich war ich noch ein bisschen schwach von dem Antibiotikum und der Suppen, Zwieback, Tee- ernaehrung.


Karatetraining in der Schule und Karatetraining mit den Kindern der Gemeinde:
Ich weiss nicht ob man das Training nennen kann…, denn die Kinder haben ueberhaupt keine Kondition. Nach fuenf Minuten Bewegung (damit mein ich ein wenig rennen) sind sie alle schon fertig. Ausserdem sind alle ganz scharf darauf Karate lernen, aber sie wollen den Sinn von Karate einfach nicht verstehen. Ich weiss nicht ob das an meiner Sprache liegt oder ob sie einfach eine ganz andere Vorstellung im Kopf haben und meine Erklaerungen nicht akzeptieren wollen. Am liebsten wollen die Kids einfach nur kaempfen mit Fuss und Faust.
So was wie Aufwaermen oder Dehnen kennen die Kleinen gar nicht. Finden sie auch absolut oede und langweilig.
Im Moment macht mir das echt ein bisschen Sorgen und es ist fuer mich total schwierig da einen geeigneten, sinnvollen und guten Mittelweg zu finden. Aber ich bin ganz stark am Nachdenken.

Miraflores:
Die Schule mitten in der Wueste, mit einem Lehrer und Kinder zwischen 6 und 13 Jahren in einem Raum. Mein erster Tag in der Schule am Mittwoch:
Als ich gegen 9.00 Uhr in den Raum eingetreten bin, lag ein kleiner Junge schlafend auf der Schulbank und die anderen Schueler waren fleissig am Lernen.
Der Lehrer erklaerte mir, dass der schlafende Junge krank sei, ins Krankenhaus muss und sein Vater gleich komme. Ich hab mir dann auch gar nichts weitergedacht, hab den Jungen einfach schlafen gelassen. Als ich dann den Vater schreien gehoert hab und der Junge mit viel Angst im Gesicht aufgestanden ist, hab ich erst gemerkt, dass die Backe des Jungen voll mit Blut war und der Tisch verschmiert war und sich schon viele Fliegen darueber hermachten. Am liebsten haette ich dem Jungen die dreckige Wunde gereinigt, aber leider konnte ich nichts machen, da ich zum einen weder Wasser oder mein erste Hilfe Set dabei hatte, und zum anderen der strenge Vater den Jungen schon am Arm hilt und mit ihm auf dem Weg war.
Mit der ersten Klasse hab ich eine Stunde Mathematik gemacht. Ich muss sagen ich hab den Lehrer am Anfang ein bisschen bewundert, wie er es schafft alle 26 Kinder gleichzeitig zu unterrichten. Aber als der Lehrer dann mit einem Linealaehnlichen Holzstab duch das Klassenzimmer ist und auf die Tische gehauen hat, bin sogar ich zusammengezuckt. Aber das war noch nicht alles. Waehrend ich anschliessend mit den Aelteren ein bisschen Deutschunterricht machte, kam der Lehrer doch tatsaechlich (ich kann es immer noch nicht glauben!!!!) und hat zwei Jungen ploetzlich bis zu drei/viermal auf die Finger bzw. die Hand geschlagen! Ich war und bin immer noch einfach nur schockiert und baff! Mir fehlen die Worte! Die Jungen waren ganz still und die Gesichtsfarbe wechselte sich ganz schlagartig.
Ich hab den “Grund” des Schlagens nicht verstanden (Fuer mich gibt es ueberhaupt keinen Grund Kinder zu schlagen).
Das Schlimme fuer mich aber ist, ich weiss nicht was ich machen soll. Ich will nicht das die kleinen Wesen Handtatzen bekommen, aber von meiner Gastmama hab ich mir erklaeren lassen, dass in Peru noch sehr viel geschlagen wird, zu Hause und in Schulen, dass es zwar nicht legal ist, aber dass ich, wenn ich z.B. den Lehrer anzeigen wuerde mit meiner Aussage alleine darstehen wuerde, denn der Lehrer wuerde abstreiten , die Eltern der Kinder auch, weil es fuer sie nicht schlimm ist, wahrscheinlich weil sie selber mal draufhauen und die Kinder selber wuerden aus Angst nichts sagen. Also fuer mich ist das sinnlos.
Ich werde weiterhin in die Schule gehen, auch wenn mir das sehr weh tut, wenn die Kinder geschlagen werden, aber ich habe die Hoffnung, dass wenn ich da bin, dass der Lehrer sich ein bisschen mehr zusammenreist.

Am Donnerstag hab ich meine erste kleine Torte fuer meine “Tante” Vero gebacken :-) ! Hier ein Bild:
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Den Teig (Rueblitorte) hab ich selber gemacht, aber bei der Verzierung hatte ich ein bisschen profesionelle Hilfe von meiner Gastmama Kitty.

Ausserdem hab ich mich mit dem Kinderchorleiter Armndo getroffen, weil er mir Partituren fuer die Spanischen Lieder im Gottesdienst hat. So was wie Buecher haben die Kirchen hier nicht. Die Leute koennen alle Lieder fast auswendig und wenn nicht gibt es immer noch einen Vorsaenger der den richtigen Text singt. Ich wollte schon lange die Stuecke mit meiner Floete spielen, aber da ich die Melodien nicht alle kenne, kann ich mir nicht einmal Noten selber schreiben.
Armando hat mir Partituren gegeben und mit mir (er Gitarre und ich Floete) geprobt. Ganz spontan hab ich dann im Gottesdienst am Abend ihn begleitet. Gestern Morgen hab ich mit dem Kinderchor gespielt und heute Abend spiel ich im Gottesdienst vor der grossen Prozession. Bin voll eingespannt.
Vielleicht muss ich kurz zur Erklaerung sagen, dass im Oktober in Reque, der “Señor de los Milagros” ganz gross gefeiert wird. Jeden Abend ist Gottesdienst und am 18. Oktober , also heute und am 28. Oktober sind bis zu 6-stuendige Prozessionen.

… von meiner “Tante” Vero hab ich eine Panfloete geschenkt bekommen. Leider hab ich bis jetzt in ganz Reque noch keinen Lehrer gefunden, aber ich bin selber ein bisschen am ueben ;-) !

So Ihr Lieben, dass ist das Neuste aus Reque! Ich denk ganz viel an euch und vermiss euch!!
Geniesst den goldgelbenen, gemuetlichen Herbst. Danke fuer die vielen Kommentare und Briefe! Ich freue mich jedesmal riessig!!
Abrazos!!!

Meine Adresse hier ist:
Familie Arbulu- Carrion
Calle Jose Balta N 177- Reque- Chiclayo- Peru

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